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06.02.2012
21:33

Kumulative Promotion

  Ich sitze mal wieder im Zug nach Braunschweig um morgen früh am Julius-Kühn- Institut einen Vortrag über meine Forschung zu halten. Bis vor wenigen Minuten hatte ich noch an meiner Powerpoint-Presentation gearbeitet, doch irgendwie brauche ich grad eine kreative Pause – Zeit um einen kurzen Blogeintrag zu schreiben. Dank dem Mac Book Air ist das ja kein Problem! Zudem hat unser Zug Verspätung und so kann ich die verlorene Zeit sinnvoll nutzen... ich hoffe, dass ich meinen Anschlusszug noch bekomme (... nein, es hat leider nicht geklappt...).

Ich werde den Vortrag nutzen, um schon mal für meine Verteidigung zu üben – schließlich referiere ich vor einem Publikum, dass sich weder mit unserer Modelpflanze noch mit Wachstums-fördernden Bakterien auskennt. Das heißt, ich muss unsere Modelsystem dem Publikum vorstellen, sowie jedes Detail allgemein verständlich machen. Auch bin ich gespannt, wie meine Entdeckungen/  Ergebnisse ankommen und welche brennenden Fragen meinen Zuhörern auf dem Herzen liegen.

Dennoch, bis zum Tag meiner Verteidigung wird wohl noch viel Wasser die Saale hinunterfließen. Denn, obwohl ich viele spannende Daten habe, die zudem eine „runde Story“ bilden, fehlen mir noch die notwendigen Publikationen! Klar, ich könnte „ganz normal“ promovieren, also eine sog. Monographie schreiben, aber leider ist unser Chef von dieser Art der Promotion nicht überzeugt und erwartet eine kumulative Niederschrift. Dafür wiederum brauche ich jedoch laut Prüfungsordnung mindestens zwei Erstautoren- und eine weitere Co-Autorenschaft. Ein Paper habe ich schon in der Tasche, obwohl ich dort nicht der Erstautor bin. Trotzdem, Publikationen auf denen ein Wissenschaftler mit dem Nachsatz „equal contribution“ geführt wird (d.h. die ersten beiden Autoren gleich viel zur Publikation beigetragen haben), zählen auch als Erstautorenpaper – zum Glück ;) Aber, es fehlen trotzdem noch zwei Paper. Eines habe ich gerade letzte Woche eingereicht. Nun heißt es also auf die Reviews zu warten. Wenn diese dann nach ca. 4-8 Wochen eintrudeln, und das Manuskript nicht komplett „zerrissen“ und abgelehnt wurde, heißt es dann meistens noch kleine Experimente durchzuführen, um die eine oder andere Hypothese noch auszuschließen, den Text oder die Abbildungen abändern etc. Vom Einreichen des Manuskriptes bis zur Veröffentlichung kann es etliche Monate oder manchmal auch ein Jahr dauern, was ganz schön frustrierend sein kann....

Das „Outline“ des anderen Manuskriptes steht auch schon. Ich muss zwar noch einige Experimente machen, um meine Schlussfolgerungen weiter/besser zu untermauern, aber das ist nur eine Frage der Zeit. Ich habe einen Plan und eine genaue Vorstellung davon, was noch gemacht werden muss und zwischendurch schreibe ich auch schon fleißig an dem Manuskript.

 

PS: Die Prüfungsordnung der biologisch-pharmazeutischen Fakultät in Jena wurde kürzlich geändert.... Ich denke, ich werde sie daher mal genauer unter die Lupe nehmen, vielleicht haben sich Änderungen ergeben, die meine Verteidigung in greifbare Nähe rücken lassen könnten.

06.02.2012
21:30

Occupy?

  Die Wall Street, Havard, Frankfurt.. wo man auch hinschaut: der Protest gegen das Establishment ist im vollen Gange. „Indignez-vous!” (Empört Euch!) heißt die Devise.

Im deutschen Wissenschaftsbetrieb geht anscheinend alles seinen gewohnten Gang. Oder hat irgendjemand was von einer Doktorandendemo gehört?

Nein, denn der wissenschaftliche Nachwuchs ist so sehr mit Forschen beschäftigt, dass für etwaige Maßnahmen außerhalb des Labors keine Zeit bleibt. Mit occupy lässt sich kein paper publizieren.

Dabei sind die Mißstände der angestellten Wissenschaftler weithin bekannt und wurden auch während der KissWin Tagung in Berlin ausführlich diskutiert. Doktoranden malochen ohne Sozialversicherung, aber mit Stipendien, 7 Tage die Woche einer ungewissen Zukunft entgegen, Post-Docs schuften mit befristeten Arbeitsverträgen bis sie mit ca. 40 Jahren dank Wissenschaftszeitvertragsgesetz auf der Straße sitzen und Profs balancieren ihren vollgepackten Alltag über das Drahtseil am burn out Abgrund, während die Politik auf Lobbyisten hört, die mit viel Geld und Hilfe der Medien die Angst vor Zukunftstechnologien schüren und damit den Wissenschaftsstandort Deutschland gefährden.

Gründe gibt es genug um aufzubegehren. Aber wieso passiert nichts? Fehlt vielleicht ein zentraler Ort für den Protest? Mangelt es an der Organisation? Gibt es keine Gewerkschaft? Geht es uns vielleicht vergleichsmäßig noch gut (siehe Großbritannien)?

Wissenschaft findet global statt und die Sitution der Forschenden ist in anderen Ländern ähnlich. Es müsste also schon ein globaler Protest entstehen.

Zudem findet man bei Wissenschaftlern auch die oft erwähnte intrinsische Motivation, d.h. man freut sich über die Möglichkeit neue Entdeckungen zu machen und nimmt dabei die prekären Arbeitsverhältnisse gern in Kauf.

 

 

Dorothea Meldau
Diplom-Biologin
Dr. Stefan Meldau
Biologe
Doktorandin seit 2008

Max Planck Institute for Chemical Ecology, Jena
Arbeitsgruppenleiter am MPI für chemische Ökologie und am Deutschen Zentrum für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv) in Leipzig.

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