Studentenwerke an die strategischen Planungen der Hochschulen gekoppelt
PressemitteilungDie Hochschulen bestätigen diese Rollenveränderung aus ihrer Sicht aber bislang eher zurückhaltend. Das ist das Ergebnis einer Umfrage, die erstmals empirisch fundierte Aussagen zur Zusammenarbeit zwischen Hochschulen und Studentenwerken gibt.
An der vom Centrum für Hochschulentwicklung (CHE) und dem Deutschen Studentenwerk (DSW) im November 2011 durchgeführten Umfrage beteiligten sich 41 der 58 Studentenwerke (rund 70%) und 95 der rund 300 deutschen Hochschulen (rund 32%).
Die Auswertung der Ergebnisse zeigt: Die Studentenwerke sehen ihre Aufgabe vor allem darin, Studierende durch geeignete Rahmenbedingungen und Services zu unterstützen; fast 90 % der Studentenwerke heben diese Rolle als wesentlich hervor. Mehr als die Hälfte der Studentenwerke beschreiben aber auch die Rolle eines „Dienstleisters für Hochschulen“ als wichtigen und praktizierten Teil ihres Selbstverständnisses. Dies wird nur von einem wesentlich geringeren Anteil der Hochschulen (28 %) bestätigt; die Hochschulen denken bei Studentenwerken in erster Linie ebenfalls an ‚Service für alle Studierende‘ (knapp 80 %).
Mit großer Mehrheit sind sich Studentenwerke und Hochschulen einig, dass auch hochschulübergreifend tätige Studentenwerke vielfältige Hochschulprofile mit ihren jeweils unterschiedlichen Implikationen individuell unterstützen können. Prof. Dr. Frank Ziegele, Geschäftsführer des CHE: „Hochschulen schärfen ihr Profil zunehmend auch über das nichtakademische Umfeld, etwa familienfreundliche Rahmenbedingungen, gelebte Internationalität oder eine konzentrierte Campus-Atmosphäre der kurzen Wege. In diesen und anderen Feldern hat sich in vielen Fällen eine enge Zusammenarbeit zwischen Hochschulen und Studentenwerken etabliert.“
Ulrich Müller (CHE), Leiter der Studie: „Die Hochschulen nehmen nichtakademische ‚Student Services‘ als wichtig für ihre Profilierung und Attraktivität wahr – auch, wenn sie nicht hochschulseitig, sondern vom Studentenwerk erbracht werden.“ Als ‚entscheidend‘ oder ‚zumindest hilfreich‘ für das Profil und Attraktivität werden seitens der Hochschulen vor allem die Hochschulgastronomie (89,5 % der befragten Hochschulen), der Bereich studentisches Wohnen (85,3 %) und die Studienfinanzierung (75,8 %) angesehen. Aber auch dem Bereich Beratung und Soziale Dienste wird von 69,1 % der Hochschulen entsprechende Bedeutung zugemessen, der Kinderbetreuung von immerhin 57,4 %.
Achim Meyer auf der Heyde, Generalsekretär des DSW: „Die Mehrheit der Hochschulen und der Studentenwerke spricht von einer guten und partnerschaftlichen Zusammenarbeit, das ist erfreulich. Wenn bislang noch ungefähr ein Drittel der Hochschulen und der Studentenwerke konstatieren, man arbeite ohne große Berührungspunkte nebeneinander, wird klar, dass hier die Zusammenarbeit noch verbessert werden muss. Die Studentenwerke in die strategischen Planungen der Hochschulen einzubinden, ist aus meiner Sicht für die Hochschulen ein Wettbewerbsvorteil.“
Der Befragung zufolge lassen sich diese fünf Erfolgsfaktoren für eine erfolgreiche strategische Zusammenarbeit von Studentenwerken und Hochschulen identifizieren:
• kontinuierliche Kommunikation in Form eines regelhaften und rechtzeitigen wechselseitigen Informationsaustauschs
• klare Bedürfnisanalyse und Zieldefinition seitens der Hochschule, nach Absprache etwa durch eine Zielvereinbarung fixiert.
• partnerschaftliche und vertrauensvolle Zusammenarbeit bei gegenseitiger Akzeptanz der jeweiligen Kompetenzen
• Klärung der finanziellen Aspekte (Ressourcenplanung, kooperative Finanzierungsmodelle) für neue Projekte oder Sonderwünsche
• eine Vertretung der Hochschulleitung im Leitungsgremium des Studentenwerks.
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idw






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