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Wissenschaftszeitvertragsgesetz
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Archiv 814 days ago |
Ich stehe gerade am Ende meiner Promotion und denke intensiv darüber nach, wie es weitergehen soll. Dass es die Rahmenbedingungen (fast ausschließlich befristete Stellen, vergleichsweise schlechte Bezahlung) sehr schwierig machen, sich für eine wissenschaftliche Karriere in Deutschland zu entscheiden, zeigen die vielen anderen Beiträge in diesem Forum.
Ein Teil dieser schlechten Rahmenbedingungen geht auf das Wissenschaftszeitvertragsgesetz (http://www.bmbf.de/de/6776.php) zurück, das eine Beschäftigung in befristeten Haushaltsstellen an Universitäten und deutschen Forschungseinrichtungen über mehr als insgesamt 12 Jahre (6 bis zur Promotion und 6 danach) nicht zulässt.
Auf den Seiten von kisswin.de habe ich bisher keinen einzigen Hinweis auf dieses Gesetz gefunden, und auch die Suche nach "Wissenschaftszeitvertragsgesetz" liefert 0 Treffer.
Ich finde es verantwortungslos, für eine wissenschaftliche Karriere zu werben, ohne auf solch zentrale Regelungen hinzusweisen sowie auf die Risiken, die sich daraus für jemanden ergeben, der eine wissenschaftliche Karriere anstrebt. Ich hätte mir gewünscht, hier Informationen über dieses Gesetz und seine Bedeutung für die Karriereplanung zu finden. Wer zum Beispiel eine Juniorprofessur anstrebt sollte nach der Promotion möglichst schnell in die Wirtschaft gehen anstatt Erfahrungen in Lehre und Forschung an der Universität zu sammeln. Denn wenn diese Zeit in befristeten Arbeitsverhältnissen an der Universität 6 Jahre übersteigt, kommt man für die befristete 6-Jahres-Juniorprofessur nicht mehr in Frage.
Da die deutsche Wissenschaft unter anderem durch dieses Gesetz und das gleichzeitige Fehlen von unbefristeten Mittelbaustellen zwangsläufig eine hohe Zahl an Aussteigern produziert, wäre auch einen Ausblick auf Karrierewege außerhalb der Uni (sei es nach der Promotion oder nach vergeblicher Bewerbung auf Professuren) angebracht. |
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Archiv 814 days ago |
Lieber Freitag,
vielen Dank für Ihre beiden Hinweise zum Wissenschaftszeitvertragsgesetz und zu alternativen Karrierewegen. Wir bauen dieses Portal momentan jedoch erst auf und damit geht einher, dass zahlreiche wichtige Aspekte bislang noch nicht berücksichtigt werden konnten. Darin gebe ich Ihnen Recht und bitte ich Sie gleichzeitig um Verständnis. Wir werden versuchen, Ihre genannten Aspekte zeitnah zu ergänzen.
Die Problematik um die Planbarkeit von wissenschaftlichen Karrieren herum wurde auch auf unserer Auftakttagung am 28.10.2008 in Berlin an zahlreichen Stellen mit Nachwuchswissenschaftlern und Entscheidungsträgern des BMBF, verschiedenen Unis, Förderorganisationen und außeruniversitären Forschungsinrichtungen diskutiert. Nächste Woche werden wir nähere Informationen sowie die Folien und Mitschnitte der Redner online stellen können.
Herzliche Grüße Uschi Rick für KISSWIN |
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Archiv 814 days ago |
KISSWIN hat geschrieben:Darin gebe ich Ihnen Recht und bitte ich Sie gleichzeitig um Verständnis. Wir werden versuchen, Ihre genannten Aspekte zeitnah zu ergänzen.
Hallo KISSWIN - hatte dieses Projekt nicht ein Jahr Vorlauf? Ich muss Freitag recht geben - als Wissenschaftler, der ein hilfreiches Portal hilfreich fände, finde ich es etwas frech, welche Inhalte es bisher gibt. Zumal es ja auch nicht in der Freizeit von Idealisten gemacht wird, sondern vom BMBF abgesichert. Bisher kommt es einem doch schon so vor, als würde jemand denken, es mangele nur an geeigneten Informationen über die tollen Angebote für junge Wissenschaftler. Kann KISSWIN eigentlich auch das BMBF kritisieren?
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Archiv 814 days ago |
Lieber dtbecker,
ja, natürlich darf das BMBF hier kritisiert werden. Das Projekt KISSWIN wird zwar vom BMBF in der ersten Zeit gefördert, aber ist inhaltlich unanhängig, d.h. wir arbeiten nicht im Auftrag des BMBF. Das Forum, wie auch zum Beispiel die Tagung am 28.10.2008 sind dazu da, sich frei mit anderen Nachwuchswissenschaftlern sowie den Unis und Förderorganisationen auszutauschen – gerne auch kritisch. Hier kann es um die allgemeine Situation und Verbesserungsvorschläge gehen, aber auch um konkrete Karrierewege. Warum hat das bei mir funktioniert und bei anderen nicht, bzw. umgekehrt? Inwieweit muss/sollte man sich Wege offen halten (z. B. durch Interdisziplinarität, Anwendungsbezug, mehrere Disziplinen oder Themenfelder, FH-Professur, Networking, …), um langfristige Perspektiven und Ausweichmöglichkeiten zu haben?
Beste Grüße Uschi Rick, KISSWIN |
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Archiv 814 days ago |
Und was ist jetzt mit dem Verweis auf das Wissenschaftszeitvertragsgesetz? |
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Archiv 814 days ago |
Hallo Doktorand,
mittlerweile haben wir einen redaktionellen Beitrag zum Wissenschaftszeitvertragsgesetz auf KISSWIN.de. Hier der Link, http://www.kisswin.de/de/karrierewege/b ... eitvg.html.
Mit freundlichen Grüßen Melanie Pütz, KISSWIN |
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Explorer 797 days ago |
Hallo Melanie, der Link zu Eurem Beitrag zum Wissenschaftszeitvertragsgesetz funktioniert nicht! Ich finde das Thema auch sehr wichtig, by the way.
Beste Grüsse, Explorer |
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Explorer 793 days ago |
Hallo,
hier scheint ja rein gar nix zu passieren. Nach vier Tagen schau ich hier wieder rein, ob der Link nun richtig gesetzt ist, und es hat sich nichts getan.
Tolle Plattform, und so aktuell! Wer bezahlt das eigentlich????
Explorer |
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MelanieP 777 days ago |
Hallo Explorer,
der Link zum redaktionellen Beitrag "Wissenschaftszeitvertragsgesetz" hat sich aufgrund des neuen Portaldesigns von KISSWIN.de geändert. Das neue Design wertet das Portal nicht nur optisch auf. Gleichzeitig zum Layout wurden Seitenstruktur und Übersichtlichkeit bearbeitet, um dem seit der Onlinestellung 2008 stark gewachsenen Portal gerecht zu werden.
Hier der neue Link zum redaktionellen Beitrag "Wissenschaftszeitvertragsgesetz", http://www.kisswin.de/karrierewege/paragrafen/wisszeitvg.html
Mit freundlichen Grüßen Melanie Pütz, KISSWIN |
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Explorer 769 days ago |
Folgenden Auszug habe ich in der Rede der Bildungs- und Forschungsministerin zum Haushalt 2010 zum Thema Nachwuchsförderung gefunden - Link zur kompletten Rede vom 18.03.2010: http://www.bmbf.de/pub/mr_20100318.pdf
"Nachdem wir mehr als zehn Jahre lang über die Abwanderung von Spitzenforschern diskutiert haben, kommt jetzt schon die zweite Runde an Spitzenforschern über Humboldt- Professuren nach Deutschland. Sehen Sie sich einmal die Listen an: Das sind absolute Spitzenwissenschaftler aus allen Regionen der Welt. Dafür ist viel investiert worden. Ich glaube, das ist eine Investition, durch die Menschen nach Deutschland geholt werden, die auch für unsere Studierenden und für unsere Hochschulen interessant sind. Wir holen nämlich die Besten nach Deutschland, weil wir immer wieder neue Akzente brauchen. Wir wollen, dass dieses Land eine Talentschmiede ist. Wir haben schon manches erreicht und werden genau auf diesem Weg weitergehen".
Wenn ich zusammenfassen darf: In den einheimischen Nachwuchs investieren wir nicht, von Abwanderung reden wir nicht mehr, wir haben jetzt die Lösung: Wir holen Spitzenforscher aus dem Ausland! So sieht nachhaltige Bildungs- und Forschungspolitik aus. |
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Promovierender 754 days ago |
Ich habe einen eigenen Thrad für meine Frage erstellt: Ist die Bezahlung nach TVöD13/50% mit dem deutschen Arbeitsrecht vereinbar?
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